NEWSLETTER
e-mail Adresse anmelden
SUCHE

// WEM 2011 Waldviertler Eisenmann 2011-08-21

"Ganz oben in Österreich" - was dies genau bedeutet weiß man, wenn man von ganz unten in Österreich anreist. Austragungsort des 6. Waldviertler Eisenmann Triathlon war wieder Litschau im ruhigen Waldviertel und vier Athleten von adrenaline-forever.com suchten den Ort des Geschehens auf. Ins "lange" Rennen über die Mittelsdistanz beim WEM-Classic schickten wir Lupo und Sylvii, welche beide zum ersten Mal einen Triathlon über diese Distanz bestritten. Wulf und ich, Marc, gaben sich nach Gösselsdorf wieder dem Sprint-Erlebnis hin. Geplant war auch für Wulf eine Teilnahme über die Mitteldistanz, jedoch führten mehrere Erlebnisse und Überlegungen dazu, sich letzten Endes doch wieder mit mir beim "kurzen" abzurackern. Mit dabei waren erfreulicherweise noch Christian, als Mann für eh alles, Pate, als Betreuer und Chauffeur von Wulf und Pauli, welcher uns nicht nur mit seiner Anwesenheit, sondern auch noch mit einem Striezel für jeden mehr als erfreute.

Die Anreise erfolgte bei schönem Wetter bereits am Vortag, sodass wir noch Zeit hatten uns zu akklimatisieren und die Radstrecke zu besichtigen. Sylvii schaffte es sogar die Laufstrecke zu inspizieren und sicherte uns mit ihrer Erkenntnis, "Du, Lupo, bei der Streckn kannst an 4:30er Schnitt vergessen!", den Verbleib in der realistischen Zeitplanung für die dritte Disziplin. Die Radstreckenbesichtigung erfolgte am Freitagabend nach langer Anreise und einem Abendmahl im Magen, bei einkehrender Dämmerung und aufziehendem Regen. Ich hielt mich bewusst zurück um nicht mein ganzes Pulver für den Bewerb am nächsten Tag zu verschießen und wurde prompt bzgl. meiner spinnenähnlichen Fahrweise kritisiert, welche ich jetzt mal ausschließlich auf das geliehene, vielleicht nicht perfekt passende Rennrad schiebe. Weiters wurde noch festgestellt, dass Wulf beim "Blick zurück" eine Herausforderung für jeden überholenden Auto- und Radfahrer darstellt. Nicht unerwähnt soll aber bleiben, dass jegliche Kritik von uns konstruktiv aufgefasst wurde und wir unsere Schwächen schon am Renntag geschwächt haben.


// WEM Tag

Ein großes Fragezeichen bescherte uns der Himmel. Obwohl die ganze Woche davor schönes Wetter vorhergesagt wurde, sah es nun doch eher nach Regen und Gewitter aus, was sich später auch als richtig herausstellte. Nachdem wir uns beim Frühstück gestärkt und die letzten Biere des Vorabends verdaut haben (Prost Lupo und Wulf), gings ab zum Startplatz und in die Wechselzone zum Check-In. Relativ akribisch richteten wir unseren Platz in der Wechselzone ein, welche hinter dem Stadtplatz und neben dem Herrensee auf einer einladenden, friedlichen grünen Wiese lag. Die Wechselzone wirkte klein, war aber für die 95 Classic-Einzelstarter, 12 Classic-Staffel-Teams, 152 Sprint-Einzelstarter und 9 Sprint-Staffel-Teams mehr als ausreichend. Lange Zeit stand Wulfs Renngefährt sogar allein in seiner Reihe.

Der WEM begann mit dem Classic-Bewerb. Mit dem Start der Damen um 12:00 Uhr legte Sylvii als Erste von uns los. Zehn Minuten später starteten die Herren und mit ihnen Lupo, welcher mutig eine 5-Stunden-Zeit anvisierte. Die zwei Sprinter, Wulf und ich, begaben sich um 12:55 Uhr ins Wasser und zum Start. Nun waren wir alle vier „on the Road“.



// SWIM

Der Herrensee lud mit seinem dunklen und kalten Wasser (19°C) sicher nicht zum Plantschen ein. Aber unser aller Ziel war ja ohnehin so schnell als möglich wieder aus dem Wasser zu kommen, die Classic-Starter nach 2,3 km und die Sprinter nach 500m. Ich war froh, zu der zweiten Kategorie zu gehören, obwohl mein erster Einsatz im Wasser mit Neopren dann doch nicht so schlimm und kalt war. Sylvii verließ nach langem, einsamen kraulen ohne Gruppe den Herrensee als fünfte Dame nach 0:41:36 Minuten. Etwas kürzer war Lupo im Wasser, der nach 0:38:31 Minuten an Land ging. Vielleicht war er zusätzlich motiviert, da im zu Beginn gleich mal ein nackter Eisenmann (nur mit String-Badehose bekleidet), um die Ohren kraulte. Der Start für die Sprinter dürfte für einige überraschend gekommen sein, denn beim Startschuss waren noch nicht alle hinter dem Startseil. Naja, wer zuletzt kommt muss halt schneller schwimmen. Wulf und ich schafften den Start ganz gut und nach 0:8:38 Minuten war Wulf auch schon mit knapp zwei Minuten Vorsprung aus dem Wasser in der Wechselzone. Meine Strategie, erst im Wasser ans schwimmen zu denken, ging ganz gut auf, denn als Schwimmrookie ist mir der Gang ins Wasser noch etwas unvertraut. Der Wechsel aus dem Neo aufs Rad klappte sehr gut - das Babyöl half.



// BIKE

Während die Classic-Starter die wirklich schöne Radrunde durch die Waldviertler Hügellandschaft dreimal genießen durften (84km), hatten wir Sprinter nur eine Runde vor uns (28km). Da uns allen der Verlauf der Strecke halbwegs bekannt war und wir keine Angst mehr vor dem dunklen Waldstück hatten, konnten wir uns konzentriert in die zweite Disziplin stürzen. Unterstützt wurden wir von Christian, Pauli und Pate. Das Wetter spielte auf der Radstrecke für die zwei Sprinter noch mit, jedoch mussten Sylvii und Lupo gegen Regen und teilweise starken Wind ankämpfen. Nach der Wettkampfanalyse war man sich einig, dass Sylvii die erste der drei Runden zu schnell angegangen ist, da es ihr danach nicht mehr ganz so gut ging wie geplant. Sie stieg nach 2:42:40 vom Rad. Sensationell stark fuhr Lupo, der mit einer Zeit von 2:25:34 als achtschnellster Radfahrer in die Wechselzone kam. Nach eigener Aussage, und teilweisem Unverständnis von Sylvii, hatte er sogar noch mächtig Spaß auf seinem Zweirad.
Nicht ganz so spektakulär aber dennoch souverän stiegen Wulf und ich nach etwa 59 Minuten mit der gleichen Zeit vom Rad. Trotz perfekt eingestelltem Zeitfahrer reichte es für Wulf ganz knapp nicht, meine Zeit zu unterbieten. Dass daran vielleicht ein missglückter Wechsel aufs Rad von Wulf mitspielt sei hier nur am Rande erwähnt (Tipp für Rookies: Socken gleich in der Wechselzone anziehen und nicht auf dem Hinterrad vergessen und erst auf der Radstrecke aus den Speichen fummeln). Aufgefallen ist mir, dass ich immer wieder von den gleichen Athleten überholt wurde sobald die Strecke eben war oder bergab ging, und ich an selbigen wieder vorbeizog wenn es bergauf ging. Vielleicht verschaffte mir das kurze, knackige Training fürs Eggeralm-Bergrennen dieses Vergnügen an den fast stehenden Radlern im Hang vorbeizurauschen.








Weizenbierweisheit des Vortages: " Hintenraus kackt die Ente" Matthias Raeke









// RUN

Die letzte und härteste Disziplin. Vor allem, wenn sie knapp 22km lang ist und man davor schon einige Höhenmeter in den Beinen hat. Als gute Läuferin kämpfte sich Sylvii durch die vier Runden um den Herrensee. Ihm Glauben an sieben Minuten Vorsprung auf die hinter ihr liegende Ungarin, nahm sie zum Schluss sogar noch Tempo raus und wollte nur noch durchs Ziel. Dieser Entschluss führte zu einem überraschenden und spannenden Schlusssprint gegen die vermeintlich weit zurückliegende Verfolgerin. Nachdem ca. 1km vor dem Ziel die Ungarin nicht nur aufschloss, sondern sogar an Sylvii vorbeizog, sammelte sie ihre ganzen Kräfte für die letzte Offensive: "Es reicht mir, vor dem Ziel immer wieder noch überholt zu werden, diesmal SICHER net. Na, wirklich net!". In 1:59:29 brachte sie die Laufstrecke hinter sich.
Für Lupo war der Halbmarathon an sich schon eine Herausforderung, denn als eher nicht so ambitionierter Läufer in der Ebene musste er sich in der Vorbereitung erst mal dran gewöhnen, nicht gleich 1500 Meter in die Höhe zu laufen, sondern geradeaus und zwar flott. Die Vorbereitung hat sich jedenfalls gelohnt, auch wenn das Laufen noch nicht zu seiner stärksten Disziplin gehört. Immer mit der Frage beschäftigt, ob sein Laufstil eh halbwegs in Ordnung ist, brachte er die Strecke in 1:56:20 souverän hinter sich.
Zu guter Letzt noch die zwei Sprinter. Den zweiminütigen Vorsprung von Wulf bekam ich bis zum Schluss zu spüren. Da mir das Laufen mehr liegt als Wulf, war dies meine einzige Chance an ihn heranzukommen. Und so wars zur Verzweiflung von Wulf dann auch. Nach der Radstrecke machte ich mich mit Gel und Energyshot in den Händen auf den Weg um den Herrensee. Der Umstieg vom Rad war ganz gut und ich konnte die 6km mit einem 4:40er Schnitt hinter mich bringen. Lange Zeit war von meinem Mitstreiter nichts zu sehen. Bis zu km 5. Da war er plötzlich vor mir. Ich wollte noch vorrufen, dass ich jetzt komme, hatte aber keine Luft dazu. Wie durch Telepathie drehte sich Wulf dann jedoch um starrte auf mich, seinen Verfolger. Bis ich dann aufgeschlossen habe vergingen noch ca. 100m bergauf. Als Kommentar auf meine tolle Aufholjagd erhielt ich nur "Verdammter Marcello, kumt schon wieder daher, des gibt's ja ned, i tram sogar schon von dir!". Da die letzten 700 Meter dann noch bergab ins Ziel gingen, und dies meine Stärke ist, gabs für mich kein Halten mehr und ich flog förmlich ins Ziel. Ein paar Sekunden hinter mir dann schon Wulf. Gemeinsam und glücklich genossen wir die ersten Kuchenstücke und Wasser im strömenden Regen und warteten auf unsere zwei Mitteldistanzler Sylvii und Lupo, welche sich zu diesem Zeitpunkt noch mitten im Rennen befanden.





// Im Ziel

Die Zeiten der einzelnen Teilnehmer sprechen für sich. Als Event mit toller Rad- und Laufstrecke, ist der WEM sicher weiter zu empfehlen. Auch wenn der Pastabon nur am Freitag galt und im Ziel das Cola alle war!







Results:
34
24
Gehnböck Sylvia79


W-Elite2
4
0:41:36/38.
01:14
2:42:40/33
01:11
1:59:29/49
5:26:11
16
110
Lussnig Stefan77



M-Elite2
9
0:38:31/23.
01:35
2:25:34/8
01:23
1:56:20/40
5:03:24


26
562
Raffeiner Yvonne80



W-Elite
2
09:07/33.
01:19
0:57:36/48.
00:54
0:26:58/17.
1:35:56
53
479
Hauswirth Marc80



M-Elite
28
10:51/84.
02:12
0:58:59/64.
00:59
0:28:28/32.
1:41:32
56
589
Wallner Wolfgang86


M-Elite
29
08:38/27.
01:56
0:59:10/66.
01:22
0:31:01/70.
1:42:08


 Sylvii Competition Blog 2011

 Waldviertler Eisenmann | Webpage

 WEM - Triathlon 2011 | Mitteldistanz | Ergebnis  (69 KByte)

 WEM - Triathlon 2011 | Sprint | Ergebnis (92 KByte)


TEXT: Marc | FOTO: CRI & TRI TEAM CHAOS



Zurück

Diese Seite wurde bis jetzt 4540 Mal besucht.

Kontakt | Sitemap

(c) christian bernhard 2008 | programmed by NYX | powered by bikeboard.at